Im Interview mit Redfries: Die Kollektion Eye Candy und ihr kreativer Werdegang

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Romy & Orly

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Wenn Romy eine Idee hat, dann ist Orly ebenfalls Feuer und Flamme – und umgekehrt. Die Zwillinge unternehmen alles gemeinsam und basteln am liebsten zu zweit in ihrem kleinen Studio auf dem Dachboden. Jeder Trend wird ausprobiert und dabei viel Süßes genascht, am liebsten natürlich Marshmallows. Die beiden können sich schnell für viele Sachen begeistern und teilen ihre Erfahrungen miteinander. Gemeinsam geht doch einfach alles viel schneller und besser von der Hand.

„Wir lieben die Designs von @redfries – sie machen sofort gute Laune!“

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Der Kopf zur Kollektion „Eye Candy“: Im Interview mit Daniela @redfries

Im Interview mit Redfries: Die Kollektion Eye Candy und ihr kreativer Werdegang

Gute Laune auf dem Papier, im Atelier und auf dem Dekotisch: Designerin Daniela Rosenhammer, bekannt unter der Marke @redfries, liebt minimalistische Grundformen kombiniert mit knalligen Farben. Wie sie ihren Werdegang beschreibt, worin sie ihre Inspirationen findet und wie sie alles miteinander kombiniert und zu „Papier“ bringt, verrät sie uns in diesem Interview.

Liebe Daniela, du bist Illustratorin und Designerin: Wie hast du zu diesem Beruf gefunden? Was wolltest du als Kind mal werden?

Als Kind habe ich mit meinem Opa, der im Haus nebenan wohnte, sehr viel gebastelt, gemalt und gewerkt. Er war bereits in Rente und hatte immer wieder wechselnde Projekte, zum Beispiel Marmorieren, Ölmalerei oder Keramik. Auch bei meinen Eltern zu Hause hatte ich einen eigenen Basteltisch in einer Ecke, an dem ich mich kreativ komplett austoben konnte. So war schnell klar, dass ich später einen kreativen Beruf machen wollte. Lange Zeit wollte ich Innenarchitektin werden, habe mich nach dem Abi dann aber für eine Ausbildung zur Grafikdesignerin in einer Werbeagentur entschieden.

„redfries“ lautet seit 2014 dein Künstlername – welche Bedeutung hat dieser für dich und wie ist die Idee dazu entstanden? Wie startete dein kreativer Werdegang unter dieser Marke?

Nach meiner Ausbildung habe ich mich selbstständig gemacht und als freiberufliche Grafikdesignerin gearbeitet. 2003 haben mein Mann Stipe und ich dann die Werbeagentur Pfeil & Bogen gegründet. Mit der Zeit wuchs in mir immer stärker der Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen, ein Produkt von Anfang an zu begleiten und ihm vom ersten Gedanken bis zum Launch Leben einzuhauchen. So entstand 2014 redfries zunächst als kleines Testprojekt. Der Name sollte kurz und einprägsam sein. Ich liebe Rot, ich liebe Pommes – das Kompositum daraus ergibt redfries. Aus einer Idee wurde so meine Leidenschaft und mein neuer Beruf.

Weißt du noch, was das allererste Kreativprojekt unter dem Label war? Und feierst du es heute noch genauso wie damals oder würdest du etwas anders machen?

Die erste Kollektion bestand aus 12 Klappkarten und einige davon sind immer noch im Sortiment und verkaufen sich auch gut. Vielleicht würde ich beim nächsten Mal mit einer größeren Kollektion starten – je größer die Auswahl, desto besser. Außerdem würde ich früher auf eine Messe gehen, um schneller bekannt zu werden. Ansonsten würde ich aber alles genauso wieder machen.

Dein Stil hat einen absoluten Wiedererkennungswert: Er ist eine perfekte Mischung aus einem zweidimensionalen, minimalistischen Flat Design mit bunten Pop Art Einflüssen. Wie hat sich dieser im Laufe der Zeit verändert? Oder war er immer schon so?

In meiner Zeit in der Werbeagentur habe ich viele Logos gestaltet. Wenn ich sie heute anschaue, sehe ich sehr schön, wie sich mein Stil über die Jahre entwickelt hat: Die Icons wurden immer reduzierter, symmetrischer und ich habe zunehmend mit Outlines gearbeitet. Mit dem Illustrieren habe ich tatsächlich erst bei redfries begonnen. Der Stil war damals schon da, nur sind die Grafiken plötzlich komplexer und detailreicher geworden. Die meisten Illustrationen entstehen bei mir aus einer Konstruktion heraus: Ich kombiniere Grundformen wie Kreis, Quadrat und Dreieck und entwickle daraus neue Formen.

HORROR VACUI – die Abscheu vor der Leere, vor dem leeren Blatt! Das ist dein Lebensmotto– wie schaffst du es, so viel Kreativität in deinen Alltag zu bringen?

Durch meinen Beruf habe ich viel Raum für Kreativität, auch wenn die administrativen Aufgaben der Selbstständigkeit oft mehr Zeit in Anspruch nehmen, als viele denken. Am schönsten sind für mich die Tage, an denen ich mich ganz dem Illustrieren widmen kann. Dann läuft im Hintergrund Musik, und ich kann tief in meine Arbeiten eintauchen. Meistens zeigt sich Kreativität aber eher zwischendurch im Alltag. Für mich ist sie wie etwas, das man bewusst pflegen und sich dafür Zeit nehmen muss. Und manche Ideen wollen einfach sofort umgesetzt werden — das ist für mich ein starker innerer Antrieb.

Woher sammelst du deine Ideen und Inspirationen? Und wie gehst du vor allem in der Gestaltung vor: Skizzierst du sie von Hand oder designest du direkt am PC/Tablet?

Meine Inspiration hole ich mir oft auf Reisen, aber auch durch aufmerksames Beobachten im Alltag. Die besten Ideen kommen mir meist ganz spontan — oft dann, wenn ich gar nicht an die Arbeit denke, entspannt bin oder zum Beispiel ein Buch lese. Dann hole ich mein Notizheft hervor und mache grobe Skizzen. Wenn ich später Zeit habe, setze ich die Ideen am Desktop um. Hin und wieder arbeite ich auch am Tablet, aber am PC bin ich einfach schneller.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir im Home-Office-Studio in Regensburg aus?

Mein Tag beginnt mit einem Blick in die Mails und auf meine To-do-Liste, damit ich mir einen guten Überblick verschaffen und den Tag sinnvoll strukturieren kann. In der Regel gehe ich zuerst ins Studio beziehungsweise ins Lager, um die aktuellen Bestellungen zu versenden. Danach kümmere ich mich um organisatorische Aufgaben wie die Pflege und Wartung meiner beiden Onlineshops, Buchhaltung, Auftragsarbeiten, das Konfektionieren meiner Produkte, Kooperationen, Newsletter, Instagram-Posts und die Recherche neuer Produkte. Die restliche Zeit verbringe ich mit Illustrieren.

Mit welchen Materialien oder Tools arbeitest du am liebsten – und warum? Gibt es ein Produkt, auf das du nie mehr verzichten könntest?

Ich habe eine riesige Sammlung an Stiften und Farben — Filzstifte, Buntstifte, Ölkreiden, Acrylfarben, Papier und Farbe waren schon immer ganz meins. Dazu kommen Sticker, Masking Tapes und Stempel, von denen ich nie genug bekommen kann. Ich liebe es, Dinge zu bemalen oder zu verzieren, und auch meine Päckchen sind immer mit Stickern beklebt. Darauf möchte ich nicht verzichten. Hin und wieder arbeite ich aber auch gern plastisch mit Ton oder Pappmaché, was für mich etwas sehr Meditatives hat.

Welche Trends im DIY- oder Designbereich feierst du gerade?

Ich finde es toll, dass Sticken gerade wieder so im Trend ist. Das habe ich eine Zeit lang sehr intensiv gemacht – meine Motive waren immer Superhelden. Auch Malen nach Zahlen mag ich sehr gern, weil man im Set direkt alles beisammen hat und sofort loslegen kann. Und was ich selbst noch nicht ausprobiert habe, aber schon lange auf meiner Wunschliste steht, ist das Arbeiten mit Resin. Besonders spannend finde ich dabei die Idee, Schmuck selbst zu gießen.

Wie kam die Kollektionskooperation „Eye Candy“ mit der Marke Rico Design zustande? Welches ist dein Lieblingsdesign aus dieser Kollektion?

Die Geschäftsführerinnen von Rico Design habe ich 2018 auf der Maison et Objet in Paris kennengelernt. Ein Jahr später waren wir auf der Paperworld in Frankfurt sogar Standnachbarn, und daraus entstand die Idee für eine Kooperation. Die Zusammenarbeit hat von Anfang an viel Freude gemacht, und weil wir so gut auf einer Wellenlänge liegen, freut es mich sehr, dass es inzwischen schon eine zweite Kollektion gibt. Zu meinen Lieblingen gehören die Pouches, die Servietten, die Stempel, die gestanzten Klappkarten und natürlich die Masking Tapes.

Und zum Schluss: Worauf dürfen sich deine Fans als nächstes freuen?

Es sind noch ein paar kleinere Kooperationen in der Pipeline, außerdem kommt bald eine neue Klappkartenkollektion und wieder neue Kalender für 2027. Mehr ist derzeit noch nicht geplant, wobei bei mir vieles auch ganz spontan entsteht. Es kann also gut sein, dass noch das eine oder andere Produkt dazukommt, von dem ich selbst heute noch nichts weiß. 🙂

Kreativfragen: Dies oder das!?

1. Kaffee oder Tee? 1 Tasse Kaffee am Morgen und dann ganz viel Tee
2. Kuchen oder Torte? Kuchen
3. Sommer oder Winter? Sommer
4. Berge oder Meer? Ich lieb beides sehr
5. Morgenmensch oder Nachteule? Morgenmensch
6. Wandern oder Yoga? Wandern in der Freizeit, Yoga zur Kräftigung
7. Museum oder Messe? Museum – finde ich sehr entspannend
8. Filme oder Serien? Serien
9. Regensburg oder Regenbogen? Haha, wir haben in Regensburg ganz oft Regenbögen
10. Musik beim Kreativ sein oder Stille? Unbedingt Musik

Vielen lieben Dank, Daniela – es hat uns viel Freude gemacht, mehr von dir und deiner beruflichen Leidenschaft zu erfahren.

Romy & Orly